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SPEILZEIT 2021
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Romeos & Julias unplagued // Traumstadt - bodytalk / Polski Teatr Tańca
10te /11te September Pumpenhaus Münster "Romeos & Julias unplagued // Traumstadt" bodytalk und das Polski Teatr Tańca ► Tanztheater mit Livemusik

 

Besetzung 

 

Von Yoshiko Waki und Rolf Baumgart

 

Tanz: Agnieszka Jachym, Evelyn Blue,

Dominik Kupka, Kasper Bozek, Sandra Szatan,

Paulina Jakzym, Daniel Michna, Zbigniew Kocieba,

Julia Halka, Katarzyna Kulminska, Emily Wong,

Katarzyna Rzetelska, Pau Pique, Jerzy Kazmierczak,

Patryk Jarczok

 

Live-Musik: Damian Pielka

 

Ausstattung: Nanako Oizumi

 

Licht: Klaus Dilger

 

Best Boy: René Haustein

 

Technik: Timo von der Horst, Lennart Aufenvenne

 

Produktion: Markus Bomski, Robert Chodyla

 

 

Presse  ►

Bei Shakespeares "Romeo und Julia" spielt eine Seuche ja eine ganz fatale Rolle: Der Bote, der Romeo, die Botschaft überbringen soll, dass Julia ihren Tod nur vortäuscht, wird durch die Pest aufgehalten. Der nichtsahnende Romeo bringt sich wirklich um und bekanntermaßen folgt im Julia. So ist es kaum ein Wunder, wenn sich gerade Tanzstücke diesem Stoff in der Pandemie annehmen, liegt doch mit Sergei Prokofjew auch eine klassische Partitur vor. Doch Yoshiko Waki und Rolf Baumgart von bodytalk und das Polski Teatr Tańca nutzen in "Romeos & Julias. Unplagued // Traumstadt" all diese Referenzen lediglich als Sprungbrett, um ihren ganz eigenen Bilderabend über Liebe, Distanz, Emotionen und Tod zu stricken. Für die beiden ist es nach Jewropa und Solidaritot die dritte Kooperation und dieses Mal eine, die ohne historische, dafür mit literarischen Bezügen arbeitet.

 

Ein Stück des Hier und Jetzt, das geprägt ist durch Hygienevorschriften: So treten die 16 Tänzerinnen und Tänzer zunächst in großen quaderförmigen Plastiksäcken auf und ihre Begegnungen auf der Bühne wirken ein wenig wie Jugendliche im Autoscooter. Doch bald schon werden die Plastiksäcke zur transparenten Stadtmauer und das junge Ensemble zeigt im Freestyle-Hip-Hop mit tatkräftiger Unterstützung des multiinstrumentalen Musikers Damian Pielka, der sowohl Loop-Station Schleifen beisteuert als auch ein sehr dominantes Schlagzeug, was es alles drauf hat. Nur ein Tänzerpaar muss wegen eines falschen Testergebnisses während der zuvor zelebrierten Corona-Messe leider wieder ins Plastik zurück – vorerst.

 

Nicht die sanften Triebe aufflackender erster Liebe, sondern der Feuersturm der Emotionen prasselt hier in ausdrucksstarken Bildern auf das Publikum nieder. Diese Version von "Romeo und Julia" ist eine Feier der Jugend und der überschießenden Emotionen bis hin zur absoluten Ekstase. Tanz und Akrobatik kommen hier engumschlungen zusammen. Da steht Evelyn Blue singend auf einem großen fahrbaren Gerüst, das wild im Kreis herumgefahren wird und lässt rotes Konfetti und rote Herzen aus Konfettikanonen auf die unten Tanzenden regnen und provoziert eine gewaltsam anmutende Materialschlacht. Doch was bei anderen vielleicht ein großes Schlussbild wäre, reicht hier gerade mal als Abschluss des ersten Drittels der 60-minütigen Performance. Ein weiterer Ausbruch ist dann eine Orgienszene: Katarzyna Kulminska und Jerzy Kazmierczak in knappen Blumen-Kostümen starten mit einer hocherotischen Tanzperformance und das Ensemble flutet die Bühne mit kleinen Aktionen von Pferden, Schmetterling und Pan selbst in entfesselten Kopulations- und Unterwerfungsritualen.

 

Hin und wieder gibt es auch ruhige Momente, wenn auf einer dunklen Bühne mit Laserpointern auf einer speziellen Folie rasch verblassende Muster gezeichnet wird und die verblüffende Überwältigung im visuellen Reiz dieser Minimal-Laser das Publikum erfasst. Und Prokofjew? Der wird hier und da angespielt und eine Szene mit flirtenden Spiegeln ist auch komplett mit seiner Musik untermalt. Der Tanz aber bleibt zeitgenössisch. Die Jugend und ihre Träume fokussiert das Ende, wenn einige der Tänzerinnen und Tänzer ihre persönlichen Hoffnungen und Ziele für die Zukunft vortragen. Doch natürlich haben Romeo und Julia diese Zukunft nicht. Das Ende gehört erneut den Plastikquadern, die dieses Mal als transparente Särge fungieren – mit spiegelnden Grabsteinen. Corona hat auch den Tanz, zumindest auf der symbolischen Ebene, fest im Griff. Doch Tanzende soll man nicht aufhalten.

 

Veröffentlicht am 22.06.2021, von Torben Ibs

 

2021 hat es in sich. Das diesjährige asphalt Festival auch.

So groß wie noch nie:

 

19 Tage, 60 Veranstaltungen, 8 Uraufführungen, indoor und outdoor.

 

 

>>> Hier gibt’s das Programm und die Tickets <<<

14 Juli 2021 20:00 Uhr asphalt Festival Düsseldorf / Bilderzerstörer ► bodytalk Tanztheater mit Livemusik
15 Juli 2021 20:00 Uhr asphalt Festival Düsseldorf / Romeos & Julias unplagued bodytalk / Polski Teatr Tańca Tanztheater ► Tanztheater mit Livemusik
10te /11te September Pumpenhaus Münster "Romeos & Julias unplagued // Traumstadt" bodytalk und das Polski Teatr Tańca ► Tanztheater mit Livemusik
KALENDER

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bodytalk

 

All’ die Heroes

von all’ den

Shakespearoes,

 

wo sind sie

alle hin?

 

 

Romeos & Julias

// unplagued

 

bodytalk / Polski Teatr Tańca

 

 

 

Yoshiko Waki und Rolf Baumgart

 

von bodytalk

und das Polski Teatr Tańca

 

 

 

Romeo stirbt, weil der Bote mit der rettenden Nachricht wegen der Pest (›plague‹) aufgehalten wird und in Quarantäne muss. In ›Romeo & Julia‹ sterben die jungen Leute, alle jungen Leute, während die Alten überleben.

 

Die Pest, jedenfalls, ist verschwunden: Keine Spuren hinterlassen, wir spuren schon genug – und spüren nicht genug! Es sind die Seelen, die sich lieben; Körper stoßen zusammen wie Autos. Um als Phönix aus der Asche aufzuerstehen, müssen wir wohl zunächst selbst Asche werden: Wir arbeiten daran. Keine Asche ohne Feuer, keine Liebe ohne Feuer. Keine Angst vor Entzündung und Ansteckungsgefahr?

 

 

Eine Koproduktion von bodytalk (Münster) und Polski Teatr Tańca (Poznan),

 

in Kooperation mit dem Theater im Pumpenhaus und dem asphalt Festival:

 

Gefördert vom Ministerium für Kultur und Wissenschaft des Landes NRW im Rahmen des Projekts #HumanBeingHuman,

 

Kulturamt der Stadt Münster und nrw landesbüro tanz

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